Innung für Spengler, Sanitär und Heizungstechnik in Traunstein

Beliebter Handwerksberuf: Innung spricht über 60 SHK-Gesellen frei
Mathias Huber und Tobias Kalau Prüfungsbeste – Tobias Angerer als Motivationsgast

 

Ehrung der Prüfungsbesten der SHK-Innung: Mathias Huber (Zweiter von links) und Tobias Kalau (Mitte). Von links nach rechts: Stellvertretender Obermeister Georg Stürzer, Prüfungsvorsitzender Anlagenmechaniker Lambert Axthammer und Obermeister Josef Pflügl.

 

Traunstein/ Berchtesgadener Land/ Palling (awi). Die beruflichen Möglichkeiten im SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) sind attraktiv, trotz Zeiten steigenden Facharbeitermangels erfreut sich das Handwerk regen Interesses junger Schulabgänger. Die Innung für Spengler, Sanitär und Heizungstechnik Traunstein, in der rund 190 Betriebe aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Altötting zusammengefasst sind feierte am Dienstag Abend in Palling den erfolgreichen Abschluss der jungen Gesellen nach Ende der Lehrzeit und dem Bestehen der Gesellenprüfung. Neben den SHK-Gesellen wurden zusätzlich auch Spengler aus der Innung Rosenheim freigesprochen.

Dass es sich bei der SHK-Freisprechung um eine richtige Festveranstaltung handelt, wurde auch durch das umfangreiche Programm deutlich, mit dem der Erfolg der Anlagenmechaniker und Spengler gefeiert wurde. Im bis auf den letzten Platz besetzen großen Saal beim Michlwirt waren neben den ehemaligen Auszubildenden mit ihren Familienangehörigen viele Vertreter der Handwerksorganisationen, Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe gekommen und verliehen dem Abend einen würdigen Rahmen.

Auszubildende aus fern und nah

Obermeister Josef Pflügl, der der Traunsteiner Innung vorsteht, sagte in seiner Anmoderation es habe eine große Tradition, dass man die Freisprechung, den Abschluss der Lehrzeit durchführe. „Ein riesen Gebiet von Landshut bis Bad Tölz bis nach Berchtesgaden. Das Gebiet wo unsere ehemaligen Auszubildenden herkommen ist größer als das Saarland“ sagte er nicht ohne Stolz. Er nahm die Anwesenden in eine Zeitreise in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit, was auch durch den ausgegebenen Goldenen Meisterbrief (siehe nebenstehender Bericht), den Auszeichnungen für die Kundendiensttechniker und den Jung-Gesellen deutlich wurde. Die Eindrücke aus der Gesellenprüfung, die in einem Videoclip gezeigt wurden, sorgten bei den Betroffenen immer wieder für Erheiterung. Rekordzahlen aus dem SHK-Handwerk vorlesend zitierte er von einem sich verstärkend Fachkräfterückgang. Der Arbeitsmarkt gäbe keine Facharbeiter mehr her, man müsse sich mehr auf die Gewinnung eigenen beruflichen Nachwuchses konzentrieren. Man gehe in die Schulen, informiere, werbe und kläre über die Tätigkeiten und Chancen im SHK-Handwerk auf. 2.250 neue Auszubildende in Bayern seien eine stolze Zahl. „Wir sind auf einem guten Weg“ so der Obermeister. Man wolle alles tun, um Gesellen und Fachkräfte in dem Gewerk zu halten. 


Gesellenbrief als Sprungbrett

Lambert Axthammer, Prüfungsvorsitzender der Innung, sagte: „Es gehört Einsatzbereitschaft dazu, die Gesellenprüfung zu schaffen.“ Er zog einige Vergleiche zum Sport, man müsse sich anstrengen, um in der 1. Mannschaft spielen zu dürfen, was übertragen auch für die berufliche Entwicklung gelte. Dass die Gesellenprüfung keine Gefälligkeitsprüfung ist, sondern die Prüflinge richtig gefordert werden, wurde auch bei der Bekanntgabe detaillierter Ergebnisse der Winterprüfung deutlich: So sind 67 Prüflinge angetreten, wobei 54 die praktische Prüfung und 66 die Theorie erfolgreich abgelegt haben. Der Notendurchschnitt lag bei 3,3. Bei den Spenglern waren 12 Prüflinge angetreten. 9 von ihnen waren in der Praxis erfolgreich, 11 haben die Theorieprüfung bestanden. Bei 3,65 lag hier der Notendurchschnitt. Er freute sich über das gute Ergebnis und bedankte sich bei den an der Prüfung beteiligten. Seien doch neben den Gesellen gerade auch Eltern, Ausbilder in Betrieb, Schule und Bildungseinrichtung und der Prüfungsausschuss gefordert. Er betonte, dass dieser circa 500 Stunden an ehrenamtlicher Tätigkeit geleistet habe, um die Gesellenprüfung erfolgreich über die Bühne zu bringen.  


Auch Kundendiensttechniker wurden in die Freisprechungsfeier mit einbezogen. Diese haben sich in ihrem Beruf mit der Zusatzqualifikation weiterentwickelt und wurden mit einer Urkunde geehrt.

Prüfungsbeste Mathias Huber und Tobias Kalau

Prüfungsbester ist Mathias Huber vom Ausbildungsbetrieb Sebastian Grandl in Rechtmehring. Bei den Spenglern ist dies Tobias Kalau vom Ausbildungsbetrieb Plinganser aus Bad Birnbach. Beide wurden für ihre herausragenden Leistungen gesondert geehrt und erhielten als Anerkennung je einen Gutschein für ein spektakuläres Fahrertraining.

Kreishandwerksmeister Peter Eicher: Handwerk genießt hohes Ansehen

Die Freisprechung wurde vom Kreishandwerksmeister Peter Eicher vorgenommen, der sich freute, dass wieder so viele junge Fachkräfte in den Kreis der Handwerker aufgenommen wurden. „Ihr habt’s was gscheids glernt“ gratulierte er den Jung-Gesellen. Das SHK-Handwerk sei hervorragend aufgestellt. Die Digitalisierung biete auch den SHKlern hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten. Die Beratungsqualität rücke noch mehr in den Vordergrund: „Es müssen erlebbare Mehrwerte für den Kunden erkennbar sein.“ Regionale Betriebe hätten gute Chancen sich im Wettbewerb zu behaupten.

Nach der traditionell mit einer kurzen Formel vorgenommen Freisprechung, in der die jungen Handwerker vom Kreishandwerksmeister von den Pflichten des Lehrverhältnisses entbunden und in den Stand der Jung-Gesellen gehoben wurden, freuten sich die anwesenden Gesellen unter dem Applaus der Anwesenden dann über die Bestätigung ihrer Leistung: Sie bekamen die Gesellenbriefe überreicht.

Motivator Tobias Angerer

Als besonderer Gast war die heimische Langlauflegende Tobias Angerer zu der Freisprechung eingeladen worden und hielt einen lockeren Impulsvortrag in Sachen Motivation in Sport und Arbeit. Eingestimmt mit einem Imagefilm über den über einen langen Zeitraum international erfolgreichen Langläufer berichtete er darüber wie er bemüht sei, sein Leben nach dem Sport als Student mit Familie, Fernsehmoderatorentätigkeit und seinen sportlichen Aktivitäten in Einklang zu bringen. „Aber ich hab heute schon einiges von euch gelernt was ich brauchen kann“ sagte er salopp an die SHK-Profis gerichtet – ist Angerer doch im Sponsoring mit einem großen Heizungshersteller vertraglich verbunden. Sportlich sei für ihn der Gewinn der Tour de Ski im Jahr 2006/ 2007 der Höhepunkt gewesen. „Aber ich bin auch oft am Boden gelegen doch ich bin immer wieder aufgestanden“ berichtete der Sportler vom SC Vachendorf auch von seinen sportlichen Misserfolgen. Die Medaillen und Pokale stehen bei ihm im Wohnzimmer in einer selbstgebauten Vitrine. „Und es ist immer schön zu sehen, was ich gewonnen habe. Ich habe mir viele Träume verwirklichen können. Ich habe meinen Traum leben dürfen.“ „Behaltet die Motivation und Leidenschaft für euren Beruf“ rief er den jungen Handwerkern zu.


Auch nach dem offiziellen Teil der Freisprechungsfeier war für die Jung-Gesellen noch lange nicht Schluss und die Festgäste feierten den Abschluss der Lehrzeit mit lockeren Gesprächen an den Tischen wo die eine oder andere Anekdote der abgelaufenen Zeit humorvoll ausgetauscht wurde. Musikalisch sorgte dazu die Ramsauer 6er Musi für den richtigen Ton und Stimmung.

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