Innung für Spengler, Sanitär und Heizungstechnik in Traunstein

96 Anlagenmechaniker und Spengler freigesprochen
Kräftig steigende Lehrlingszahlen - Obermeister Pflügl: Beste Perspektiven im SHK-Handwerk mit guten Aufstiegsperspektiven

 

Palling/ LandkreiseTraunstein/ Altötting/ Berchtesgadener Land/ Rosenheim/ Töging (awi). Nach erfolgreicher Arbeit kommt das Feiern: Für 96 Anlagenmechaniker, Spengler und Kundendiensttechniker war der Mittwoch ein Festtag: Im bis auf den letzten Platz besetzten Saal beim Michlwirt in Palling feierten sie mit Freunden und Angehörigen den erfolgreichen Abschluss ihrer dreijährigen Lehrzeit beziehungsweise ihren bestandenen Kursabschluss. Traditionell wird dieser Festtag im Handwerk seit Jahrhunderten mit einer Freisprechung begangenen, in der die jungen Gesellen symbolisch von den Pflichten des Lehrverhältnisses freigesprochen werden. Für die südostbayerischen SHK-Betriebe richtet die Freisprechungsfeier traditionell die Innung für Spengler, Sanitär und Heizungstechnik Traunstein in Kooperation mit der Innung Sanitär- und Heizungstechnik Berchtesgadener Land aus. Auch erfolgreiche Auszubildende Spengler der Innung Rosenheim wurden freigesprochen. 

Obermeister Josef Pflügl, der der Traunsteiner Innung vorsteht, in der sich rund 180 Betriebe aus den drei Landkreisen Traunstein, Altötting und Mühldorf zusammengeschlossen haben, sagte in seiner Festrede zu Beginn man biete an dem Abend „drei Stunden Programm voller Emotionen.“ Diese seien zum Teil unterschiedlicher Natur wenn man die jungen Gesellen, Eltern, Lehrer oder auch Vertreter des Großhandels ansehe. Man habe zu dem Abend bewusst auch junge Meister und Kundendiensttechniker eingeladen: „Ihr sollt sehen, dass ihr bei uns weitermachen könnt. Ihr müsst nicht in die Industrie gehen.“

Birnbacher: „Jeder ist wie eine kleine Firma“

Sportlich ging es anschließend zu, als der Biathlet Andi Birnbacher aus Schleching über seinen Sport, Emotionen und Erfolge, aber auch Misserfolge sprach. Vor allem ging es auch um sein Leben nach dem aktiven Sport. „Dranbleiben ist wichtig und das über Jahre. Letztlich ist doch jeder von uns wie eine kleine Firma“ so die Empfehlung des 36-jährigen, der jetzt als Trainer arbeitet und aus einem alteingesessenen örtlichen SHK-Betrieb stammt. 

Prüfungsvorsitzender Lambert Axthammer, der zuvor vom BGL-Obermeister Peter Schuhbeck für bis zu 1.500 durchgeführte Prüfungen seit seiner Tätigkeit als Prüfungsvorsitzender gewürdigt wurde, gab einen Überblick über das Abschneiden der jungen Handwerker bei der zurückliegenden Prüfung. 72 Auszubildende haben sich der Prüfung gestellt, 65 davon haben in der Praxis, 69 in der Theorie bestanden. Der Gesamtschnitt lag bei 3,5. Bei der Ausbildungsrichtung Spengler sind 11 angetreten, die Praxisaufgaben haben 9 erfolgreich abgeschlossen, alle 11 waren es in der Theorie. Der Notendurchschnitt liegt bei 3,65.

Axthammer sprach mit Anlehnungen an den Sport im allgemeinen und im Besonderen an das lockere Podiumsgespräch mit Biathlet Birnbacher, einen besonderen Dank an all diejenigen aus, die zum Gelingen der Gesellenprüfung einen Beitrag geleistet haben und nannte insbesondere auch Eltern, Ausbilder, die Berufsschulen und Bildungseinrichtungen. Auch für die gute Zusammenarbeit im Prüfungsausschuss bedankte er sich. Man habe dort rund 500 Prüfungsstunden abgeleistet  - ehrenamtlich wie alle Tätigkeiten in der Innung. „Bildet weiter aus, unser Nachwuchs ist es wert“ sagte er mit Blick auf die Firmenvertreter.

Die Freisprechungszeremonie nahm anschließend stellvertretender Kreishandwerksmeister Thomas Aigner vor. Dieser betonte in seiner kurzen Rede: „Ihr seid zusammengekommen um zu feiern. Und das in einem würdigen Rahmen“ so Aigner, für den die Freisprechung eine Premiere war. „Das ist ihre Eintrittskarte für das Berufsleben. Sie haben sich für einen sehr soliden Beruf entschieden“ rief er den jungen Fachkräften zu. Wasser und Luft seien seit Menschengedenken unverzichtbar. Der SHK-Beruf habe Zukunft. 

Nach der traditionell mit einer kurzen Formel vorgenommen Freisprechung, in der die jungen Handwerker vom stellvertretenden Kreishandwerksmeister von den Pflichten des Lehrverhältnisses entbunden und in den Stand der Jung-Gesellen gehoben wurden, folgte ein kräftiger Applaus der Anwesenden, die sich über den Erfolg der erfolgreichen Prüflinge freuten. Diese wiederum konnten sich über die schriftliche Bestätigung ihrer Leistung freuen, als ihnen im Nachgang ihr persönlicher Gesellenbrief überreicht wurde. Auch die erfolgreichen Kundendiensttechniker wurden für ihren erfolgreichen Abschluss gewürdigt. 

Prüfungsbeste Unterrainer, Fortner und Fischer

Die Leistungen der jeweiligen Prüfungsbesten wurden besonders herausgestellt. Bei den Anlagenmechaniker war das Simon Unterrainer vom Ausbildungsbetrieb Rudolf Unterrainer aus Freilassing und Peter Fortner vom Ausbildungsbetrieb Georg Stürzer in Pittenhart . Bei den Spenglern war Markus Fischer vom Ausbildungsbetrieb Florian Fischer aus Prien ganz vorne dran. Sie erhielten neben den begehrten Gesellenbriefen und einer Ehrenurkunde für ihre herausragenden Leistungen einen Gutschein für ein Basketballspiel des FC Bayern in der VIP-Loge.

Pathe und Gisser geehrt

Im Rahmen der Feier wurden auch zwei Ehrungen engagierter Ausbilder beziehungsweise Berufsschullehrer vorgenommen. Bartholomäus Gisser, Fachlehrer der Berufsschule Mühldorf geht nach mehr als 30-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand. „Sie verstehen unsere Sprache“ sagte Laudator Josef Niemann. „Sie als Lehrer waren immer up to date.“ Dies gehe nur durch kontinuierliche Weiterbildung. Ein „Urgestein“ verlasse nun die Schule.

Gerhard Hardrath vom Fachverband SHK Bayern und zugleich Obermeister der Innung Rosenheim sagte „Begeisterung und Können für das Handwerk“ sei es, was Thomas Pathe in der Ausbildung von jungen SHK-Lehrlingen zeige. Für seine berufliche Leistung und seine Arbeit im Bildungszentrum der Handwerkskammer erhielt er den Ehrenbrief des Verbandes. 

Nach der Übergabe der Gesellenbriefe und den Ehrungen war aber noch nicht Schluss. Die Anwesenden bleiben sitzen, die frisch gebackenen Gesellen tauschten so manche Anekdote aus der Lehrzeit aus oder freuten sich einfach am persönlichen und gemeinsam erreichten Erfolg. BGL-Obermeister Schuhbeck appellierte zum Schluss des offiziellen Teils der Freisprechung an die Betriebe, die nicht in der Innung organisiert seien,  sich der Innung als ihre Standesvertretung anzuschließen.

 

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